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Mittwoch, 17. Juni 2015

Ramadan 2015 am 18. Juni

Am Donnerstag den 18. Juni 2015 beginnt der Fastenmonat Ramadan

Ramadan ist jeweilst der neunte Monat des Mondkalenders nach der Zeitrechnung der Muslime.
An diesem Tag wird der Mond mit einer schmalen Sichel um 7:21 in Deutschland aufgehen. Vollmond ist dann am 1. Juli.
Das Fasten beginnt allerdings bereits mit dem Sonnenuntergang am Mittwoch den 17. Juni um 21:37 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit.

Ein Gruß zum Ramadan
Im Bild sind meist der Mond, eine Moschee und eine Ramadan-Lampe enthalten.

Das Fest des Fastenbrechens "Id al-Fitr" (عيد الفطر) wird das Fasten in diesem Jahr nach 30 Tagen, am 17 Juli mit dem erneuten erscheinen der ersten Mondsichel um 07:11 (Deutschland) beenden.
Auch hier ist das Fasten wie auch innerhalb des Ramadan mit dem Untergang der Sonne am 16. Juli um 21:18 beendet werden.

Die Zeiten können übrigens nicht einfach nur auf andere geografische Zeitzonen umgerechnet werden, da die Zeiten von Auf und Untergang von Sonne und Mond je nach geografischer Länge und Breite ebenfalls variieren.




Man feiert dann das Ende des Ramadan ausgiebig drei Tage lang bis zum 19. Juli 2015.
Für muslimische Kinder ist dieses fest vergleichbar mit dem Christlichen Weihnachtsfest denn es gibt dann Geschenke.

Da das Mondjahr nicht dem Sonnenjahr entspricht wandern die Muslimischen Feste, so auch der Ramadan mit fortschreitenden Jahren rückwärts durch unseren nach dem Sonnenjahr orientierten Kalender.
In 2016 wird der Ramadan daher vom 6. Juni bis zum 5. Juli sein
.
Für die fastenden heißt dies, das in wenigen Jahren der Fastenmonat nicht mehr in die heiße Zeit des Jahres fällt und das Fasten selbst mit längeren Nächten und kürzeren Tagen etwas weniger beschwerlich ist. Denn neben dem Essen ist auch das Trinken im Ramadan tagsüber nicht gestattet.
Nach Sonnenuntergang darf allerdings gegessen werden bis Sonnenaufgang des nächsten Tages.
Viele Familien treffen sich dann zum gemeinsamen Essen und laden verwandte und Freunde dazu ein. Es gibt dann neben den üblichen Leckereien viele Spezialitäten, besonders Süßigkeiten, welche man speziell im Ramadan zubereitet und genießt.

Man schmückt in dieser Zeit auch Moscheen mit Lichterketten und Hausbesitzer schmücken Ihre Häuser mit schönen beleuchteten Lampen oder man stellt diese in der Wohnung auf oder hängt sie in das Treppenhaus, damit Alle sie sehen können.

Gebet zum beginn des Ramadan 2011 in Ägypten

Touristen, welche in dieser zeit Muslimische Staaten besuchen sollten berücksichtigen, das dort das Leben in jener Zeit etwas langsamer abläuft als sonst im Jahr. Zum einen sind die Menschen wegen dem Fasten nicht so fit und Aufmerksam wie sonst.
Zusätzlich werden die fünf Gebetszeiten  dann auch mehr als üblich von nicht so streng gläubigen Muslimen wahrgenommen, was sich bereits am Flughafen etwa bei der Gepäckausgabe oder etwa den Passkontrollen  in längeren Wartezeiten auswirken kann.
Wie auch an unserem Weihnachtsfest, wenn die Kirchen ebenfalls voller sind als üblich.

Der Ramadan ist übrigens auch traditionell ein Monat, in dem die Waffen zumindest für diese Zeit schweigen.. Man bemerkt dies dann am ausbleibenden oder einem geringeren Umfang schlimmer Nachrichten aus den Krisengebieten im nahen Osten und Anderswo.

Man begrüsst sich im Ramadan übrigens mit "Ramadan Karim" was in etwa einen gesegneten Ramadan heißt und auch in den sozialen Netzwerken posten viele Muslime Gute Wünsche zum Fastenmonat und dem Fest des Fastenbrechens.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Der Ramadan beginnt

Reisende in arabische Länder sollten darüber informiert sein, wann der Ramadan beginnt und endet.
Denn im öffentlichen Leben ist in dieser Zeit mit so mancher Besonderheit und Einschränkung zu rechnen.

Ramadan Kareem wünscht man sich mit solchen Bildern auch im Internet


Wann ist Ramadan

Der Fastenmonat der Muslime ist ein Mondmonat und richtet sich nach dem Mondkalender. Er beginnt und endet mit dem erscheinen des Neumondes.und dauert daher zwischen 29 und 30 Tage. So bewegen sich Beginn und Ende durch das Sonnenjahr, nach welchem sich unser Kalender ausrichtet.
Im schnitt bewegt sich die Zeit des Ramadan jedes Jahr um ca. 11 Tage nach vorne.

Im Jahr 2014 beginnt der Ramadan am Samstag den 28. Juni und endet am 27. Juli.


Der genaue Zeitpunkt ist auch Ortsabhängig, da sich je nach Standort auf dem Globus jeweils andere Zeiten ergeben. Zeichen des Beginnes ist die Sichtung der ersten Mondsichel ( ru’yat al-hilal)  in der Nacht nach Ende des letzten Tages des Vormonates.
Auch das allabendliche Fastenbrechen (iftar) direkt nach Sonnenuntergang hängt selbstverständlich vom Aufenthaltsort ab, wie auch das letzte Essen vor Sonnenaufgang.

Den Tag über darf dann weder Gegessen noch getrunken werden, was selbstverständlich gerade in den Sommermonaten an heißen Tagen den Körper schnell an seine Grenzen bringen kann.
Daher sind Schwangere Frauen, Kinder vor der Pubertät, Kranke und Reisende von der Fasten pflicht ausgenommen.

In der Zeit des Ramadan werden die fünf vorgeschriebenen Zeiten zum Gebet (Salāt ) am Tag von mehr Menschen zelebriert als üblich.

Beleuchtete Moschee in Kairo
(Grün ist die Farbe des Propheten Mohamed)


Im Ramadan beachten

So sollte man sich nicht wundern, wenn am Flughafen oder im Hotel zu den üblichen Gebetszeiten möglicherweise vieles nicht so läuft wie zu anderen Zeiten. Arbeitgeber sind verpflichtet Ihren Angestellten die Zeiten zum Gebet zu gewähren. So kann es vorkommen, das bei den Passkontrollen Engpässe entstehen oder nach Ankunft länger auf die Koffer gewartet werden muss, bis diese auf dem Gepäckband liegen, der Bus verspätet zum Hotel startet oder kein Taxi zu bekommen ist.

In den Städten sind tagsüber manche Restaurants nicht geöffnet oder bieten ein eingeschränktes Angebot.
Viele Geschäfte öffnen erst später oder sind ab Sonnenuntergang für einige Zeit geschlossen.
Kurz vor  Sonnenuntergang ist es fast unmöglich ein freies Taxi oder einen Platz in einem Minibuss zu bekommen. Dann eilen viele Menschen nach Hause oder zu Verwandten um dort das Fastenbrechen zu begehen. Nach Sonnenuntergang sind die Straßen dann fast Menschenleer.

Beginn des Ramadan 2011 in Hurghada am roten Meer

Gute Wünsche und Gaben

Genau wie die Christen sich ein frohes Weihnachtsfest wünschen, übermittelt man sich Grüße zum  Ramadan. Man wünsch sich einen großzügigen Gastfreundlichen Ramadan "Ramadan Kareem" Denn der Fastenmonat
ist im Islam auch ein Monat in welchem man den Bedürftigen etwas gibt, meist in Form von Nahrung, bzw. Lebensmitteln. Viele Geschäfte führen in dieser Zeit sogenannte Ramadan-Gaben, meist Stoffbeutel, gefüllt mit verschiedenen Grundnahrungsmitteln. Möchte man etwas Gutes tun kann man solch eine Tasche kaufen und einem Bedürftigen, etwa aus der Nachbarschaft geben. Er wird Sie dankbar annehmen.
(Im Islam hat der Ramadan den Namenszusatz -Al-Karim (Al-Qur'an Al-Karim), (Ramadan Al-Karim).)

Spezialitäten

Den gesamten Ramadan über kann man einige Spezialitäten kaufen, welche es meist nur in dieser Zeit gibt. An vielen Straßen öffnen spezielle Geschäfte mit diesen Süßigkeiten.
Eta Kunafa (Ein Gebäck mit Zuckerwasser), Pulver zum zubereiten von Thamarindensaft (Beim Gewürzhändler) sowie allerlei Süßigkeiten aus verdicktem Khadarka (Malventee) mit Nüssen und Sesam, türkischem Honig, Erdnuss- und Sesamriegel um nur einige zu nennen.

Händler in Edfu mit der Rohmasse für Kunafa

Der Ramadan ist ein fest der Freude. Moscheen werden den Ramadan über mit bunten Lichter Girlanden geschmückt. Privatleute und Hausbesitzer hängen beleuchtete bunte orientalische Lampen auf..

In Ägypten wird in diesem Jahr möglicherweise eine Besonderheit zu beachten sein.
Die Sommerzeit, welche dort seit dem 15. Mai gilt soll dann  für die Zeit des Ramadan ausgesetzt.werden.
Anstatt einer Stunde Differenz zur deutschen Sommerzeit wäre dann die Uhrzeit übereinstimmend.
Um mögliche Verwirrungen bei An und Abflugzeiten zu vermeiden sollte man sich rechtzeitig vor Abflug bei seinem Reiseveranstalter der Airline oder der Internetseite der deutschen Botschaft in Kairo informieren.

Nach dem Ende des Ramadan beginnt das drei Tage dauernde Fest des Fastenbrechens ( ʿĪd al-Fiṭr) auch Zuckerfest genannt, denn es wird mit allerlei Zuckerwerk begangen.  Zum Fest wünscht man sich "Īd mubārak" (Ein gesegnetes Fest)



Dienstag, 11. Oktober 2011

Ägypten, Front der Religionen

Einige Zeit bereits hatte man nicht mehr viel gehört nach den sich überstürzenden Ereignissen der Revolution im Januar 2011 in Ägypten. der Weg zu wenigstens weitgehend demokratischen Verhältnissen sollte mit den Wahlen Ende November auf den Weg gebracht werden.

Das alles scheint nun gefährdet zu sein. Es wird sogar über eine neue Militärdiktatur in naher Zukunft Genmutmaßt, nach den blutigen Straßenschlachten zwischen Christlichen Kopten, Muslimen und dem brutalen eingreifen des Militärs am Sonntagabend den 09. Oktober, bei denen nach Medienberichten wohl mehr als zwanzig Menschen ums Leben gekommen und über hundert verletzt worden sein sollen.



Es ist allerdings kein Wunder, das der bereits seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen der weitgehend muslimischen Bevölkerung und den etwa 9 Prozent in dem Land lebenden Christen gerade jetzt beginnt zu eskalieren.
Demokratie nach unserem Verständnis ist in allen arabischen Staaten nicht bekannt und wird daher oft falsch verstanden. Die Menschen dort glauben, Demokratie hieße man habe nun alle Rechte und Andere keine.
In der Nachrevolutionären Zeit halten sich viele nicht mehr an Gesetze, Recht und Ordnung. Im Straßenverkehr wird bewusst die Geschwindigkeit in hohem Maße überschritten und sich an keine Regeln mehr gehalten. Die Anzahl an Verkehrsunfällen ist in der Folge stark angestiegen. Auch Diebstähle, Überfälle und Morde sind um ein vielfaches angestiegen. Von Freunden und Bekannten in Ägypten hört man fast jede Woche etwas über solche Ereignisse im privaten Umfeld.
Die Ursache ist auch in dem zur Zeit bestehenden Machtvakuum zu sehen, denn die Polizei wird kaum tätig und durch die Ereignisse vom Tahir-Platz in Kairo hat die Staatsgewalt zusätzlich jeden Respekt in der Bevölkerung verwirkt.




Frauen demonstrieren am sog. „Tag des Zorns
“25. Januar 2011(2011-01-25), 13:41
Bild von Muhammad Ghafari from Giza, Egyp
Dieses Bild wurde ursprünglich auf Flickr als Lizenzfrei veröffentlicht
Entnommen wikipedia.de



Auch das Militär, welches sich durch seine zurückhaltende Haltung während der Revolution den Respekt der Bevölkerung verdient hatte scheint nun in die gleiche Situation zu geraten. So könnte es geschehen, das die einzige noch existierende und bisher auch respektierte Macht in Ägypten bald noch  öfters in Konfliktsituationen gegen das eigene Volk vorgehen wird um sich wieder Respekt zu verschaffen.

Keiner weiß, welche Machtkämpfe zur Zeit innerhalb der Militärregierung ausgefochten werden. Der leere Stuhl des alten Pharao Mubarak ist sicherlich hart umkämpft. Auch Hosni Mubarak, Anwar el Sadat und Gamal Abdel Nasser sind so einst über Ihre Militärkarriere und Putsch auf den Präsidäntenstuhl gelangt.
Dies könnte sich nun wiederholen..
Das Militär hat genug Macht, um die Demokratiebewegung niederzuwerfen und in Schacht zu halten. Aus dieser Sicht gesehen könnte die Zurückhaltung in den Revolutionstagen auch ein kluger Schachzug der Militärführung gewesen sein. Die Demokratiebewegung und die Menschen dahinter hätten Ihnen unfreiwillig den Weg geebnet.

Immer öfters wird von koptischer Seite die Zunahme von Diffamierung und Unterdrückung Ihrer Minderheit in neuerer Zeit beklagt. In diesen  Zeiten der Fehlenden oder kaum vorhandenen und respektierten Exekutive bietet der nun weiter anschwellende Konflikt zwischen Kopten und Muslimen  gute Gründe für ein nun doch hartes militärisches Durchgreifen. Die Vorgehensweise ist aus der deutschen Geschichte gut bekannt. Schließlich haben auch damals einige wenige viele andere gegen eine damals noch in Deutschland lebende Minderheit aufgebracht. Mit dem Ergebnis, das ein großer Teil der Bevölkerung die starke Hand begrüßte, welche versprach die Ordnung im Land wieder herzustellen.

Koptisches Kloster nahe der Mittelägyptischen Stadt
Nahga Hamadi © 2010 Said Bustany
Man kann den Menschen in Ägypten nur Empfehlen, sich nicht gegeneinander aufbringen zu lassen. Die Revolution war eine Gute Sache und jeder hatte seinen Anteil daran. Wenn die Revolution eines gezeigt hat dann dies : Gemeinsam ist man stark, Egal ob Moslem, Christ, Mann oder Frau, Felachi oder Händler. Das Ägyptische Volk und die Militärführung haben die jetzt Chance das anders zu machen. Nur wenn die Vernunft siegt und der konstruktive Dialog die Oberhand behällt wird jeder seinen Vorteil daraus ziehen können. Und auch hier bietet die deutsche Geschichte ein Beispiel in der friedlichen Revolution von 1989 in der ehemaligen DDR mit dem Slogan
Wir sind ein Volk
Ohne Veränderung hin zu Demokratie wird sich in dem Land ansonsten vieles verschlimmern oder zumindest wie bisher weitergehen..

Das verlorene Vertrauen der Touristen und ihr ausbleiben in der Folge zeigen bereits jetzt Ihre negativen Auswirkungen für die Wirtschaft des Landes und alle Ägypter.
Es gibt neben Sonne und Kultur einen weiteren Grund, weshalb so viele Menschen, zum größten Teil Christen immer wieder zum Urlaub nach Ägypten fahren. Weil die Menschen Dort so freundlich und entgegenkommend sind.